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Vereinsgeschichte

Leider liegen aus der zurückliegenden Zeit, und besonders aus den Jahren der Gründung, keinerlei Aufzeichnungen mehr vor. Sie sind in den Wirren des Krieges und des Zusammenbruchs verloren gegangen. Die wenigen bekannten Daten stammen meist aus mündlicher Überlieferung Nachstehende Informationen sind der Festrede des 1995 verstorbenen Ehrenmitgliedes Willi Rehbe

Der ASV Hanau war Eigentümer des 1958 erworbenen Teichgeländes "7-Meter-Loch" (Nähe Nordbahnhof) mit einer Größe von
ca. 5.200 qm. Am 18. April 1969 hat die Mitgliederversammlung des Vereins beschlossen, dieses Grundstück gegen ein städtisches Grundstück in den Bruchwiesen mit einer Größe von rund 32.200 qm zu tauschen.

Auf dem getauschten Grundstück sollten für die Mitglieder ein neuer Angelsee und ein Vereinsheim entstehen. Bereits am 9. Oktober 1969 hat deshalb der Vorstand mit dem Hessischen Straßenbauamt einen Vorvertrag zur Ausbeutung des Kiesvorkommens auf dem Bruchwiesengrundstück abgeschlossen.

Am 17. September 1971 war es dann soweit, dass das Grundstück zur Ausbeutung des Kiesvorkommens an das Hessische Straßenbauamt verpachtet wurde. Das Straßenbauamt benötigte den Kies damals zur Schüttung des Knoten "Dreispitz" (Neubau der BAB Frankfurt - Fulda).

Der Pachtvertrag selbst beinhaltete, dass je Kubikmeter entnommenen Kieses 1,15 DM an den Verein gezahlt werden musste. Weiter musste das Straßenbauamt laut Vertrag die Einfriedung des Grundstücks mit einem Wildgattergeflecht herstellen und die Begrünung der verbleibenden Restfläche vornehmen.

Die Stadt Hanau, als "Untere Wasserbehörde", erteilte am 23. September 1971 gegenüber dem Hessischen Straßenbauamt die Genehmigung zur Aufschließung des Grundwasserspiegels und der Bodenentnahme. Den gleichen Vertrag schloss seinerzeit auch die evangelische Kirche für ihr Grundstück, welches an das des ASV angrenzte.
Ende 1971 hat das Hessische Straßenbauamt mit der Ausbeutung des Kiesvorkommens begonnen. Die Bagger sind bei ihrer Arbeit auf dem Vereinsgrundstück auf mehrere kleine Quellen gestoßen, die mit der Zeit das Gelände in einen See verwandelten.

Bei der Schlussabnahme und Rückgabe des Grundstücks an den ASV Hanau am 7. Juni 1973 war mit der Entnahme des Kieses eine Wasserfläche von 20.192 qm entstanden. Die Restfläche von rund 12.000 qm liegt um die Wasserfläche, und ein Teil davon war für den Bau des Vereinsheimes vorgesehen.

Bereits vor Beginn der Kiesentnahme auf den Grundstücken des ASV Hanau und der evangelischen Kirche wurde mit der Kirche über die Anpachtung der entstehenden Wasserfläche verhandelt. Am 7. Oktober 1971 wurde dann der Pachtvorvertrag zwischen der Kirche und dem ASV geschlossen.

Gegen diesen Vorvertrag legte damals der Eigentümer der Fischzucht Haas Einspruch beim Regierungspräsidenten in Darmstadt ein, mit der Begründung, dass alle Gewässer, die im Nahbereich seiner Fischzuchtanstalt neu entstehen, durch ihn genutzt oder weiter verpachtet werden könnten. Der Einspruch wurde durch den RP in Darmstadt als unbegründet zurückgewiesen, da keine Rechtsgrundlage gegeben war.

Nach Überarbeitung des Pachtvorvertrages und der Zustimmung der Mitgliederversammlung des ASV Hanau am 29. März 1973 wurde der endgültige Pachtvertrag mit der Kirche geschlossen. Das gepachtete Gelände hatte eine Größe von rund 49.000 qm, die Pachtzeit betrug 20 Jahre mit der Option einer Vheim1erlängerung um weitere zwölf Jahre.

Nachdem der Tausch des "7-Meter-Loches" gegen das Bruchwiesengrundstück vollzogen war,     machte sich der Vorstand Gedanken über die Errichtung eines Vereinsheimes auf dem neuen Gelände. Es wurden verschiedene Möglichkeiten untersucht und im Vorstand und in Mitgliederversammlungen diskutiert; man entschloss sich dann zu der heutigen Variante des Vereinsheimes.
Die Baupläne wurden seinerzeit in Eigenhilfe erstellt, als Architekt und Bauherr von Otto Bienau, damals Schriftführer, unterschrieben. Da das Grundstück in den Bruchwiesen außerhalb der Bebauungsgrenze der Stadt Hanau liegt, war für die Bebauung eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Dieser Ausnahmegenehmigung mussten verschiedene Behörden zustimmen. Nachdem alle diese Hürden genommen waren, erteilte die Bauaufsichtsbehörde der Stadt Hanau am 11. März 1971 die Genehmigung zum Bau des Vereinsheimes.

Mit dem Bau des Vereinsheimes, welches eine Grundfläche von 12 x 22 Meter hat, und aus einem ausgebauten Kellergeschoss sowie einem Erdgeschoss besteht, wurde nach Beendigung der Kiesentnahme begonnen. Die Errichtung des Gebäudes erfolgte in Eigenhilfe, das heißt durch die Vereinsmitglieder.

Ehrenmitglied Adolf Tichy war als Maurerpolier mit der Bauausführung und Bauüberwachung betraut, Mitglied Uwe Warnck war für die Verarbeitung von Eisen und Stahl sowie für alle Schweißarbeitheim2en zuständig. Die übrigen Mitglieder wurden entsprechend ihrer beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Arbeitsleistung aufgefordert und eingesetzt. Die Einteilung und Kontrolle der Mitglieder lag in den Händen des Kassierers Friedel Ruth. Während der Bauzeit des Vereinsheimes musste vieles organisiert werden; es traten auch große Schwierigkeiten auf. So mussten beispielsweise die zwei Stahlbetondecken in jeweils zwei getrennten Bauabschnitten betoniert werden, weil das Schalungsmaterial für die gesamte Decke nicht ausreichte.

Der erforderliche Beton wurde durch eine Lieferbetonfirma angeliefert und mit einer fahrbaren Betonpumpe auf die Decke eingebracht. Bedauerlicherweise ist es bei der Durchführung dieser Arbeiten zu einem tödlichen Unfall gekommen. Der Fahrer der Betonpumpe hatte beim Einfahren des Pumpenarmes die Hochspannungsleitung, die über das Gelände führt, übersehen und sie mit dem Pumpenarm berührt. Der Stromschlag tötete den Fahrer und setzte das Fahrzeug in Brand. Verschiedene Baumaterialien wurden dem Verein geschenkt. So waren die auf der Südseite eingebauten Eichenholzfenster von der Stadtsparkasse Hanau am Markt, die einen Umbau ihres Hauses vornahm. Die Stahlfenster auf der Terrassenseite wurden vom Hochbauamt der Stadt Hanau aus der Landwirtschaftlichen Berufsschule in der Brucknerstraße ausgebaut, da dieses Gebäude abgerissen wurde.

Die Kosten für Material und Fremdarbeiten, die nicht von Vereinsmitgliedern durchgeführt werden konnten, betrugen über 200.000 DM. Hinzu kamen Kosten für die Stromversorgung des Gebäudes. Die EAM erhielt hierfür im Juni 1974 den Auftrag, die Trafostation an der 20 kV Leitung auf dem Grundstück anzuschließen. Die Kosten dafür beliefen sich damals auf ca. 15.000 DM.

Für die Toilettenanlage war es notwendig, im Keller einen Brunnen anzulegen. Für das Abwasser musste eine Omsgrube, bestehend aus zwei Kammern, auf dem Gelände angelegt werden,heim4 und vieles mehr.

Von den Mitgliedern des Vereins wurden während der Bauzeit über
12.000 Arbeitsstunden geleistet. Endlich konnte dann am 17. Mai 1975 im Rahmen einer kleinen Feierstunde das Vereinsheim den Mitgliedern zur Nutzung übergeben werden.

Der eigene Teich, sowie der von der Kirche gepachtete "Große Waldsee" waren zwischenzeitlich mit einem Kostenaufwand von rund 20.000 DM mit Friedfischen wie Karpfen, Schleien, Rotaugen, anderen Weißfischen und Forellen besetzt worden. Auch das Angeln wurde unter Auflagen und Einschränkungen gestattet.

Die Uferböschungen und das Gelände um die Wasserflächen waren noch ohne Bewuchs und es fehlte an Rasenflächen. Die Mitglieder verbrachten viele Stunden damit, das Gelände von Verein und Kirche mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen und die verbliebenen Freiflächen mit Gras einzusäen. Ein großer Teil der Pflanzen wurde vom Gartenamt der Stadt Hanau zur Verfügung gestellt. Der Erfolg dieser Arbeiten ist noch heute zu sehen.

Aber auch die folgenden 15 Jahre, nach der Inbetriebnahme des Vereinsheimes, waren für die Entwicklung des Vereins von entscheidender Bedeutung. Wie sich nach kurzer Zeit herausstellte, war das Grundwasser sehr eisenhaltig und somit als Wasserquelle für das Vereinsheim unbrauchbar. Auch gab es Probleme mit den Omsgruben, da der Überlauf, welcher in einen Graben an der Grundstücksgrenze führte, das Abwasser nicht mehr aufnahm und die Gefahr bestand, dass auf Dauer auch die beiden Seen zu Schaden kommen könnten. So wurden Verhandlungen mit der Stadt Hanau aufgenommen, ob und unter welchen Voraussetzungeheim3n der Anschluss des Vereinsheimes an das städtische Be- und Entwässerungssystem möglich war. Die Stadtwerke Hanau waren nicht bereit, das städtische Netz bis zu unserem Grundstück zu erweitern. Sie boten jedoch die Möglichkeit an, sich an der Donaustraße (Nähe Moselstraße) an das vorhandene Netz anzuschließen. Dafür mussten aber 500 Meter Wegstrecke überbrückt werden. Zwei Gestattungsverträge waren notwendig, um diese Strecke mit einer Druckwasser- und einer Frischwasserleitung zu überwinden.
Am 21. Oktober 1977 wurde der 1. Gestattungsvertrag mit dem Wasser- und Bodenverband Hanauer Bruchwiesen geschlossen, der dem Verein gestattet, Wasser-, Kanal- und Telefonleitungen auf seinem Grundstück zu verlegen.

Der 2. Gestattungsvertrag vom 1. November 1977 mit dem Hessischen Straßenbauamt erlaubte dem Verein, die Wasser- und Kanalleitung in einem Schutzrohr unter der Autobahn und der Bundesstraße 40 (Umgehungsstraße) zu verlegen. Der Auftrag zur Verlegung der Leitungen wurde im November 1977 an die Firma Hochtief AG vergeben, die bereits im Dezember 1977 die Arbeiten begann und im Mai 1978 abschloss.
In der Jahreshauptversammlung am 24. Februar 1985 wies der Vorstand darauf hin, dass für den Verein die Möglichkeit bestünde, die Wiese, die unmittelbar südlich an das Vereins-Grundstück stößt, zu erwerben. Des weiteren seien die Verhandlungen mit dem Wasser- und Bodenverband Bruchwiesen soweit gediehen, dass dem Ankauf des Weges zwischen dem vereinseigenen und dem Kirchensee nichts mehr im Wege stünde.

Die Versammlung stimmte damals dem Ankauf der beiden Grundstücke zu, die Finanzierung sollte teilweise durch eine Umlage von den Mitgliedern getragen werden. Bereits in der Versammlung am 26. April 1985 teilte der Vorstand den Mitgliedern mit, dass die Grundstückskaufverträge abgeschlossen waren. Die Wiese hatte laut Grundbuchauszug eine Größe von 4.083 qm, der Kaufpreis für den Erwerb belief sich auf 44.500 DM. Die gekaufte Wegeparzelle war 2.130 qm groß und kostete 12.500 DM. Die Erwerbskosten für die beiden Grundstücke wurden aus angesammeltem Eigenkapital und einer Mitgliederumlage bezahlt.

Um die Jahreswende 1985/86 nahm der Vorstand Verhandlungen mit der evangelischen Kirche auf, mit dem Ziel, den 1992 auslaufenden Pachtvertrag zu verlängern. In den Gesprächen gaben die Kirchenvertreter zu verstehen, dass der ASV Hanau auch die Möglichkeit hätte, das Gelände zu kaufen. Der Kaufpreis für die nicht ganz 50.000 qm würde 280.000 DM betragen. In der Jahreshauptversammlung am 23. Februar 1986 schlug der Vorstand den Mitgliedern vor, den Kirchensee mit dem Gelände zu kaufen. Die Finanzierung der Kaufsumme sollte, nach den Vorstellungen des Vorstandes, teilweise durch Mitgliederdarlehen in Stückelung von 1.000 DM und mehr dargestellt werden. Diese Darlehen sollten innerhalb von 13 Jahren mit 100 DM pro Jahr als Zins- und Tilgungsrate vom Verein zurückgezahlt werden. Der Betrag, der nicht durch Mitgliederdarlehen aufgebracht werden konnte, sollte über Bankdarlehen finanziert werden. Die Mitglieder stimmten geschlossen dem Ankauf des Kirchengrundstückes und dem Finanzierungsvorschlag zu.

Im April 1986 konnte dann der Kaufvertrag mit der Kirche unterschrieben werden. Er sah vor, dass dem Verein für die Bezahlung des Kaufbetrages 1 Jahr Zeit zur Verfügung stand, allerdings Zinsen für die Kaufsumme anstelle der Pacht zu zahlen waren. Zur Finanzierung stellten die Mitglieder dem Verein ca. 60.000 DM Darlehen bereit, weitere 200.000 DM wurden bei der Stadtsparkasse Hanau aufgenommen, der Restbetrag von 20.000 DM wurde aus Eigenkapital aufgebracht.

Damit hatte der Verein innerhalb eines Jahres rund 55.000 qm Grundstückfläche erworben. Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass dem Verein für keine dieser Investitionen öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt wurden.
Nun ist jedermann bekannt, dass Vermögenswerte unterhalten werden müssen. Dies trifft für das Vereinsgelände und das Vereinsheim in gleicher Weise zu. So wurde nach Inbetriebnahme des Vereinsheimes, das ja auch ein Treffpunkt der Kommunikation und des familiären Lebens der Mitglieder sein sollte, ein schöner Kinderspielplatz angelegt.
In den Sommermonaten ist es Mitgliedern und deren Angehörigen gestattet, sich an einer gekennzeichneten Stelle im See zu erfrischen. Auch hier wurden die örtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Es wurden zudem eine Grillhütte gebaut, rund um die beiden Seen Ruhebänke aufgestellt und vieles mehr.

Am und im Vereinsheim wurden Schönheitsreparaturen und Ersatzinvestitionen durchgeführt. Die während der Bauzeit eingebauten Ölöfen wurden durch den Einbau einer modernen Ölzentral-Warmwasserheizung ersetzt.
1993 stand die Sanierung des Daches vom Vereinsheim an. Die Arbeiten wurden an eine Firma unter Mitwirkung von Vereinsmitgliedern vergeben. Dabei entstanden dem Verein Kosten von rund 40.000 DM.

in anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums entnommen.

Al s d e r V e r ei n g e g r ü n d et w u r d e, w a r e n di e A n gl e r n o c h ei n v o n d e r b r ei te n M a s s e d e r B e v öl k e r u n g of fe n o d e r h ei m li c h v e rs p ot te te s V öl k c h e n. G e r a d e di e s e T at s a c h e m a g w o hl m it ei n A nl a s s gewesen sein, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam zu beweisen, dass Angler mehr sind, als ein paar "arme Irre", die versuchen, ein paar Fische für die Bratpfanne zu fangen.

Wo Fischwasser waren, hat es schon zu allen Zeiten Menschen gegeben, die sich beruflich oder als Waidwerk mit dem Fang, aber auch mit der Pflege der Fische befassten. So gab es auch in Hanau und der näheren Umgebung am Main Fischerzünfte, deren Mitglieder sich und ihre Familien mit dem Fischfang gut ernähren konnten.
Main und Kinzig waren saubere Flüsse mit reichem Fischbestand; in einer anmutigen Landschaft gelegen, konnte man bedenkenlos darin baden und auch zur Erfrischung daraus trinken.
 
Die Fischerzunft und die privaten Kinzigpächter gaben an die wenigen Interessierten Angelscheine aus und ermöglichten so den begeisterten Pertrijüngern ihrem Hobby nachzugehen. Man traf sich am Wasser und fand Erholung und Entspannung in der schönen Natur.

Und so entstand der Gedanke, dass es doch gut sei, sich zusammenzuschließen. Man wollte Erfahrungen austauschen, als gleichgesinnte Sportfreunde auch gesellig beisammen sein und man strebte vor allen Dingen nach einem Gewässer, das man selbst pachten und bewirtschaften wollte und das nur den Belangen der Sportangler dienen sollte. So wurde man sich eines Tages darüber einig, einen Angelsportverein zu gründen.
Die Gründungsgaststätte war das Lokal der alten Brauerei Kaiser in der Großen Dechaneigasse. Sie wurde, wie die ganze Altstadt, ein Raub der Flammen des Bombenkrieges. Erster Vorsitzender wurde Johann Glersie, sein Stellvertreter Andreas Gutbell.

Nach der Vereinsgründung war es das Bestreben, die waidgerechte Ausübung des Angelsports zu pflegen, zu fordern und zu überwachen. Besonders letzteres war nicht ganz einfach; die Fischereischeine wurden von den Berufsfischern ausgegeben, die meistens die Antragsteller nicht kannten und so manchem zu einer Erlaubnis verhalfen, der das Angeln eben nicht waidgerecht ausübte. Es bedurfte langer Verhandlungen, und es war ein großer Erfolg für den Verein, als sich die Berufsfischer bereit erklärten, die Ausgabe der Berechtigungsscheine dem Verein zu übergeben.

Ein besonderes Augenmerk wurde nun darauf gerichtet, in den Besicht von (Pacht)gewässern zu kommen, die durch Besatz und Pflege auch für die Mitglieder von Nutzen waren. Erst nach langjährigen Bemühungen konnte das "Bannwasser" am Main, vom "Roten Stein" in Steinheim bis zum "kleinen Main" in Hanau gepachtet werden. 1932 konnten dann auch die Kinziglose I in Hanau und VIII in Langenselbold in Pacht genommen werden. Sie reichten von der Mündung bis zum Fuß'schen Wehr und in Langenselbold vom Hochholz bis zur Straßenbrücke.

In Folge der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre trat mehr als die Hälfte der Mitglieder aus, und die wenigen verbliebenen hatten mit ihren Beiträgen die ganze Last der eingegangene Verpflichtungen zu tragen. Welche Opfer das für die noch verbliebenen 23 Mitglieder bedeutete, können die wenigsten heute noch ermessen. Sie waren es, die durch ihre Treue und Opferbereitschaft den Verein zusammenhielten. Durch die Besserung der Arbeitslage und durch das gute Angebot von Fischgewässern stieg die Mitgliederzahl bald wieder stark an und damit waren auch die ärgsten finanziellen Sorgen und Nöte behoben.
Der 1934 erfolgte Zusammenschlug mit dem Kesselstädter Verein brachte einen weiteren Aufschwung. Zu den seitherigen Pachtgewässern kamen das Kinziglos II bis zur Lamboybrücke und das "Sieben-Meter-Loch" und selbstverständlich auch eine große Anzahl neuer Mitglieder. Schon vorher hatte zwischen den beiden bis dahin getrennten Vereinen eine echte Sportfreundschaft bestanden.

Mit der fortschreitenden Industrialisierung und dem weiteren Ausbau des Mains als Schifffahrtsstraße begann aber auch gleichzeitig in erschreckendem Maße die Zunahme der Verschmutzung der Gewässer. Die ersten großen Fischsterben begannen, denen besonders die auf sauerstoffreiches Wasser angewiesenen Edelfische zum Opfer fielen

1939 begann dann der 2. Weltkrieg. Die wenigen zurückgekehrten Kriegsbeschädigten oder nicht eingezogenen Alten versuchten ihren kärglichen Tisch mit ihrer Beute zu bereichern; manchem Freund oder seiner Familie haben sie so wohl auch einmal zu einer Mahlzeit ohne Lebensmittelmarken verholfen.

Für beschädigte Geräte oder abgerissene Schnur konnte kein Ersatz beschafft werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Machthaber dem Verein das Pachtwasser Kinziglos I als "ernährungswirtschaftlich wichtig" abnahmen und an die Berufsfischer zurückgaben. Den Anglern war damit das beste Fischwasser - das Einstiegswasser vom Main - verloren gegangen.

Bei Kriegsende hatte der Verein den Verlust vieler Mitglieder zu beklagen. Erst 1951 wurde das Los I wieder an den Verein zurückgegeben, und nach und nach gewann der Angelsportverein wieder Mitglieder.
 

Die Entstehung des heutigen Vereinsgeländes mit Vereinsheim

Die nachfolgend geschriebene Vereinsgeschichte beruht auf den vorhandenen Vereinsakten und den Unterlagen des Ehrenvorsitzenden Otto Bienau, der von 1969 - 1991 zunächst als Schriftführer, dann 2. Vorsitzender und 1. Vorsitzender tätig war und an der Vereinsentwicklung maßgeblich beteiligt war.

 

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